Stimmstörungen (funktionell, organisch und neurologisch)
Funktionelle Stimmstörungen entstehen, wenn die Stimme durch falsche Nutzung oder Überlastung der Stimmlippen belastet wird, ohne dass strukturelle Veränderungen im Kehlkopf vorliegen. Häufige Ursachen sind langes oder lautes Sprechen, falsche Atemtechnik, Verspannungen oder psychische Belastungen. Typische Symptome sind Heiserkeit, rasche Ermüdung, brüchiger Klang oder eingeschränkte Lautstärke.
Organische Stimmstörungen resultieren aus Veränderungen der Stimmlippen oder des Kehlkopfes. Dazu zählen gutartige Veränderungen wie Stimmlippenknötchen oder Polypen, Entzündungen, Stimmlippenlähmungen, Reflux-bedingte Schäden oder Tumore. Sie äußern sich oft durch Heiserkeit, Stimmlosigkeit, raue oder gepresste Stimme, Atemprobleme oder Schmerzen beim Sprechen.
Neurologische Stimmstörungen entstehen durch Schädigungen des Nervensystems, die die Stimm- und Sprechmuskulatur beeinflussen. Häufig betroffen sind Patient:innen nach Schlaganfall, bei Parkinson oder bei Nervenverletzungen. Die Stimme kann schwach, brüchig, gepresst oder monoton klingen, die Artikulation kann erschwert sein.
In der Stimmtherapie analysieren wir die Art der Störung und trainieren gesunde Sprechtechniken, Atemführung, Kehlkopfentspannung sowie ggf. spezielle neurologische Übungen. Ziel ist es, die Stimme zu schonen, ihre Belastbarkeit zu erhöhen und ein natürliches Klangbild wiederherzustellen.